125 Jahre

 

1892

 

Gründung als Klosterschule nur für Mädchen: Im Gebäude ist das Kloster untergebracht. Es gab nur Lehrerinnen.

Sie waren Klosterfrauen aus dem Franziskanerorden. In jeder Klasse waren ungefähr 70 Kinder.

 

1937

 

Umwandlung in eine weltliche Volksschule: Die Lehrerinnen waren nun keine Nonnen mehr.

 

1945

 

Die Schule wird ein Krankenhaus für verletzte Soldaten.

 

1948

 

Umwandlung in eine katholische Mädchenschule mit weltlichen Lehrkräften

 

1968

 

Die Schule bekommt einen anderen Namen. Sie heißt jetzt „Kapellen- Grundschule“ (1.-4. Klasse).

Nun besuchen auch Jungen die Schule. Die höheren Klassen werden an andere Schulen verlagert.

Katholische, evangelische und andersgläubige Schüler und Schülerinnen werden gemeinsam unterrichtet.

 

1992

 

Spatenstich für den Neubau

 

1994

 

neuer Schulname: Werner-Egk-Grundschule

 

Nähere Informationen zu unserem Namensgeber sind weiter unten zu finden.

 

2011/12

 

Unsere Schule wird die erste Schule in Augsburg mit dem Schulprofil Inklusion.

Unter unserem Leitspruch: „Kinder dieser Welt lernen fürs Leben“ verstehen wir das gemeinsame Leben und Lernen von Schülern und Schülerinnen mit all ihren individuell unterschiedlichen Stärken und Schwächen.

 

2011/12

 

Einführung der ersten Ganztagesklasse

 

November 2016

 

Einweihung der neuen Turnhalle

 

2019

 

An unserer Schule lernen 395 Kinder aus ca. 30 Nationen.

 

 

Werner Egk

 

17.05.1901

Werner Egk wird mit dem Namen „Werner Joseph Mayer“ in Auchsesheim (Ortsteil von Donauwörth) geboren.

1908

Die Familie zieht nach Augsburg-Oberhausen, wo sein Vater als Lehrer arbeitet.

1911

Werner Egk besucht das Gymnasium St. Stephan in Augsburg.

 

1918

Sein Vater, Joseph Mayer, gründet und leitet das Säuglingsheim (= Josefinum), woraus später (1926) eine Säuglings- und Kleinkinderpflegeschule wird.

 

Werner Egks Schwester Engeltraud führte im Josefinum bis ins hohe Alter Geburtsvorbereitungskurse durch. Sie wurde 101 Jahre alt.

 

1920

Werner Egk macht Abitur und studiert dann Musik am städtischen Konservatorium.

Er arbeitet als Komponist, das bedeutet, er stellt selbst musikalische Werke her.

1923

Er heiratet die Augsburgerin Elisabeth Karl, eine Geigenspielerin.

 

1929

Werner Egk arbeitet in Berlin mit dem Rundfunk zusammen, kehrt dann nach München zurück und schreibt für den Bayerischen Rundfunk Musik für Hörspiele.

 

1931 - 1932

Egk erarbeitet im Auftrag des Bayerischen Rundfunks mit Kindern das Singspiel Der Löwe und die Maus.

Der Schulgong der Werner-Egk-Schule verkündet das Motto des Singspiels: „Gutes im Kleinen hat großen Wert.“

Auch das Singspiel Der Fuchs und der Rabe wird in diesem Zeitraum erschaffen.

 

1933

Beginn der Nationalsozialistischen Diktatur.

Werner Egk setzt seine Karriere fort, auch im Dienste des NS-Staates.

 

Nationalsozialisten = Eine Person/Gruppe, die meint, dass man das Volk nicht fragen sollte, was es wirklich will. Diese Personen glauben, dass Menschen von Geburt an unterschiedlich viel wert sind und sie selbst am wertvollsten. Sie meinen, dass sie immer Recht haben.

In der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) unterdrückten die Nationalsozialisten alle, die eine andere Meinung hatten, und brachten sogar viele Millionen Menschen ums Leben.

Karriere = Der berufliche Lebensweg, der mit dem Erlernen des Berufs beginnt.

 

1935

Eine seiner Opern, „Die Zaubergeige“, wird in Frankfurt zum ersten Mal aufgeführt.

 

1938

Die Oper „Peer Gynt“ wird in Berlin zum ersten Mal aufgeführt.

Werner Egk ist auch ein Dirigent, das bedeutet, er leitet Chöre und Orchester.

 

Ein Orchester ist eine große Gruppe von Musikern, die verschiedene Instrumente spielt.

 

1936 – 1941

Werner Egk ist Kapellmeister an der Berliner Staatsoper.

 

Ein Kapellmeister ist der musikalische Leiter eines Chors oder Orchesters.

 

 

1948

 

Werner Egks Ballett „Abraxas“ wird aufgeführt.

 

1955

 

Die Oper „Irische Legende“ von Werner Egk wird gespielt.

 

1959

 

Das Oratorium „Furchtlosigkeit und Wohlwollen“ wird neu gestaltet.

 

Das ist ein Musikstück für Tenor (Stimmlage beim Singen), Chor und Orchester

 

1959 – 1981

 

Werner Egk wird in einzelnen bayerischen Städten, in Bayern und in Deutschland als besonderer Künstler geehrt und ausgezeichnet.

 

10.07.1983

Werner Egk stirbt in Inning am Ammersee. Seine Grabstätte befindet sich in Donauwörth.


Werner Egk im Kontext des Unterrichts

Werner Egk wird als Namensgeber unserer Schule unseren Schulkindern im Fachunterricht, aber auch in fächerübergreifenden Unterrichtseinheiten ab der ersten Jahrgangsstufe vorgestellt.

 

In der ersten und zweiten Jahrgangsstufe

erfahren die Kinder, dass Werner Egk mit seiner Familie in Augsburg-Oberhausen gelebt hat und ein guter Musiker war, der auch zu Geschichten Musikstücke schrieb.

Der Bezug zur direkten Schulumgebung darf dabei nicht fehlen und so werden der Schulgong und die Zeichnungen an den Wänden der Flure zu den Klassenräumen ebenso zum Thema gemacht wie Fotos, die Egk zusammen mit seiner Familie zeigen und die in den Schaukästen der Schule ausgestellt sind.

Im Verlauf des zweiten Schulbesuchsjahres werden diese Inhalte dann vertiefend behandelt. Unter anderem wird auf Fabeln wie „Der Löwe und die Maus“ intensiver eingegangen. Der aktuelle Lebensbezug der Schüler*innen nimmt in der Unterrichtplanung stets einen wichtigen Stellenwert ein.

 

Die dritte und vierte Jahrgangsstufe

benennt dann wichtige Daten, die es sich rund um Werner Egk zu merken gilt wie Herkunft, Ausbildung, Familie und das Leben in Augsburg-Oberhausen.

Jetzt hält Werner Egk verstärkt Einzug in den Fachunterricht und so erfahren die Schüler*innen im

  • Werkhören (Musik)
  • im Kennenlernen der Ortsgeschichte mit Unterrichtsgängen (Heimat- und Sachunterricht)
  • in Bildbetrachtungen und experimentellem Zeichnen (Kunst)
  • im Studium der Fabeln (Deutsch)

immer mehr über den Namensgeber ihrer Schule und die Absichten seiner Kunst als Musiker, Komponist und Maler.

 

 

Wie sich Werner Egk im Nationalsozialismus (1933 - 1945) und nach dieser Zeit verhalten hat, wird in unserer Gesellschaft immer wieder zum Thema gemacht. Er übernahm 1941 auch die Fachschaft der Komponisten in der Reichsmusikkammer, die die Aufgabe hatte, nur die Musik zu fördern, die von den damaligen Machthabern akzeptiert wurde.

In vielen Diskussionen wurde daher hinterfragt, ob er ein geeigneter Namensgeber für eine Grundschule sein kann.

Am 29. Mai 2019 hat der Stadtrat der Stadt Augsburg entschieden, dass unsere Schule den Namen „Werner-Egk-Grundschule Augsburg-Oberhausen“ weiterführen wird.

Weitere Informationen zu Werner Egk findet man hier:

  • Frank, Dominik: Der Konjunktur-Komponist. Werner Egk als Vertreter der gemäßigten Moderne an der Bayerischen Staatsoper, in: Karlitschek, R. (Hrsg.): Scharnierjahre nach 1945: Wegbereiter, Lückenbüßer und alte Bekannte (Ergebnisse des Forschungsprojekts „Bayerische Staatsoper 1933-1963“, Heft 2), München 2016, S. 32-43.
  • Geiger, Friedrich/Custodis, Michael: Netzwerke der Entnazifizierung: Kontinuitäten im deutschen Musikleben am Beispiel von Werner Egk, Hilde und Heinrich Strobel (Münsteraner Schriften zur zeitgenössischen Musik 1), Münster 2013.
  • Geiger, Friedrich: Werner Egk als Leiter der Fachschaft Komponisten in der Reichsmusikkammer, in: Riethmüller, Albrecht/Custodis, Michael (Hrsg.): Die Reichsmusikkammer. Kunst im Bann der Nazidiktatur, Köln [u.a.] 2015, S.87-100.
  • Haken, Boris von: Werner Egk in Paris: Musiktheater im Kontext der Besatzungspolitik, in: Schläder, Jürgen (Hrsg.): Werner Egk: Eine Debatte zwischen Ästhetik und Politik (Studien zur Münchner Theatergeschichte 3), S. 70-102.
  • Kater, Michael H.: Werner Egk. The Enigmatic Opportunist, in: Ders.: Composers of the Nazi Era. Eight Portraits, New York [u.a.] 2000, S. 3-30.
  • Prieberg, Fred K.: Handbuch deutsche Musiker 1933-1945, CD-ROM 2009.
  • Prieberg, Fred K.: Musik im NS-Staat, Frankfurt a. Main 1982.
  • Schleusener, Jan Thomas: Entnazifizierung und Rehabilitierung. Vergangenheitsaufarbeitung im Fall Egk, in: Schläder, Jürgen (Hrsg.): Werner Egk: Eine Debatte zwischen Ästhetik und Politik (Studien zur Münchner Theatergeschichte 3), S. 103-118.
  • Schneider, Frank: … nach langer Irrfahrt kehrst du dennoch heim…“ Ein musikalischer Fall zur Dialektik der Anpassung: Werner Egks Üeer Gynt, in: Von gestern auf heute (2012), S. 239-247.
  • Seuffert, Ottmar: Eine Werner-Egk-Recherche im Bundesarchiv zu Berlin 2001, in: Ders./Kurz, Herbert (Hrsg.): Der unbekannte Werner Egk. Beiträge zum Werner-Egk-Symposium Donauwörth 17.-19. Mai 2001, Donauwörth 2007, S. 140-150.